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Plakat zur Ausstellung
13. November 2009 bis 17. Juni 2010

"Im Totaleinsatz - Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für das Dritte Reich"

Eine Ausstellung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der
Stiftung Topographie des Terrors, Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Berlin-Schöneweide

In der öffentlichen Wahrnehmung der Sklaven- und Zwangsarbeiter des „Dritten Reiches“ haben die tschechischen Zwangsarbeiter immer eine eher geringe Rolle gegenüber der größeren Gruppe der Polen, Russen, Weißrussen und Ukrainern gespielt. Lange herrschte in Deutschland die Vorstellung, die tschechischen Zwangsarbeiter seien freiwillig gekommen, hätten einen „besseren Status“ gehabt als Polen oder Russen und seien eigentlich keine „wirklichen Zwangsarbeiter“ gewesen.

Dies ist historisch nicht korrekt. Mit der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren im März 1939 übten die deutschen Behörden Druck auf die tschechische Bevölkerung aus, sich zur Arbeit in Deutschland zu melden. Formal galt das Prinzip der Freiwilligkeit, tatsächlich aber wurden die Rekrutierungsmaßnahmen immer drastischer bis hin zur Dienstverpflichtung ganzer Jahrgänge, dem „Totaleinsatz“. Ungefähr 400.000 bis 600.000 tschechische Zwangsarbeiter mussten bis 1945 für das Deutsche Reich unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten.

Die Ausstellung „Im Totaleinsatz“ dokumentiert den Arbeitseinsatz und die Lebensbedingungen dieser Menschen sowie das System von Arbeit und Strafe in den Arbeitserziehungslagern an Hand von ca. 250 persönlichen Dokumenten und Fotografien. Auch die Sklavenarbeit der KZ-Häftlinge sowie die spezifische Situation der tschechischen Juden und Roma werden dargestellt. Ein Film mit Ausschnitten aus Interviews mit Überlebenden und thematische Erinnerungshefte vertiefen die Zeugnisse der Ausstellung.

Die Präsentation wird ergänzt durch Fotografien des tschechischen Fotografen Zdenek Tmej aus den Jahren seiner Zwangsarbeit in Breslau 1942 – 1944, die uns das Archiv B&M Chocola, Prag, zur Verfügung gestellt hat.


Einladungskarte zur Austellungseröffnung
21. August bis 30. Oktober 2009

"Lebensunwert - zerstörte Leben"

Eine Ausstellung des Bundes der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten e.V.

Die Ausstellung „Lebensunwert – Zerstörte Leben“ dokumentiert auf Bild- und Texttafeln das Schicksal von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus auf Grund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ von 1933 und des so genannten „Euthanasieerlasses“ von 1939 getötet oder verstümmelt wurden.

Sie zeigt die Selektion von Menschen als politisches Instrument, um psychisch und physisch Kranke zunächst zu sterilisieren. Auch sozial „auffällige“, nicht systemkonforme und politisch andersdenkende Menschen waren von Sterilisationen betroffen. Nach 1939 wurden dann ca. 300.000 physisch und psychisch Kranke in so genannten Heilanstalten durch Gas, Injektionen und gezieltes Verhungern getötet.

Allein von Sterilisationen waren ca. 400.000 Menschen betroffen, 5.000 Frauen und 600 Männer starben in Folge der damit verbundenen Verstümmelungen.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist das Schicksal von Kindern ermordeter Kranker, die – schwer traumatisiert – selbst sterilisiert und anschließend in Waisenhäusern oder „systemkonformen Familien“ untergebracht wurden.

Die Ausstellung dokumentiert auch die Entschädigungsgeschichten der Überlebenden und zeigt, wie Stigmatisierung und Diskriminierung noch nach 1945 andauerten und wie schwierig sich Rehabilitation und Entschädigung in der Bundesrepublik gestalten.



5. Juli bis 16. August 2009

"Klaus Staeck: Ich stelle klar"

Eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Prora

Klaus Staeck – Wer kennt ihn nicht und seine Plakate? „Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen“ warnte er 1972 den deutschen Wähler im Bundestagswahlkampf. „Die Mietsache ist schonend zu behandeln und in gutem Zustand zurückzugeben“ ermahnte er 1983 unter dem Motiv des im All schwebenden Planeten Erde.

Klaus Staeck arbeitet dem Zeitgeist entgegen. Seine Plakate sind oft zu Sinnbildern gesellschaftlicher Zustände und Probleme geworden. Wie aktuell viele seiner älteren Arbeiten noch heute sind, zeigt sich an dem 1997 entstandenen Plakat „German Bankers Club“, dem Ausstellungsplakat zu dieser Ausstellung. Was vor zwölf Jahren vielleicht noch übertrieben wirkte, wurde von der Realität angesichts der aktuellen Banken- und Finanzkrise inzwischen eingeholt.

Das Dokumentationszentrum Prora zeigt 100 Plakate des Präsidenten der Berliner Akademie der Künste und will damit nicht nur eine Retrospektive feiern, sondern die politischen Botschaften des Künstlers Klaus Staeck erneut ins Bewusstsein rufen.




2. Mai bis 28. Juni 2009

"Die andere Seite - Carlfriedrich Claus, Michael Morgner, Thomas Ranft"

Eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Prora

Die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst hat nicht nur die „Stars“ der Neuen und Alten Leipziger Schule wie Neo Rauch oder Bernhard Heisig hervorgebracht, sondern auch die Maler der legendären Künstlergruppe „Clara Mosch“. 1977 fanden sie sich in Adelsberg, einer Vorstadt der damaligen Karl-Marx-Stadt, zusammen und formten anagrammhaft aus ihren Anfangsbuchstaben den Namen ihrer Gruppe: CLA wie Carlfriedrich Claus, RA wie Thomas Ranft und Dagmar Ranft-Schinke, MO wie Michael Morgner und SCH wie Gregor-Torsten Schade. Zusammen eröffneten sie in einem ehemaligen Tante-Emma-Laden eine der wenigen privaten Produzentengalerien in der damaligen DDR. Als eine „Notgruppe angesichts der Situation qualitätslosen Sozialistischen Realismus‘“, so Morgner, sah sich die Gruppe. Sie einte die Ablehnung des Realismus, ein eigenes Programm oder Manifest hatten sie nicht.

Das Dokumentationszentrum Prora zeigt 27 Jahre nach der Auflösung der Gruppe 1982 Radierungen und Lithografien von Carlfriedrich Claus, Michael Morgner und Thomas Ranft.

Die Grafiken von Carlfriedrich Claus faszinieren immer wieder durch die „visuelle Poesie“, die ihnen inne wohnt. Sie bestehen meist aus einer Art Mikroschrift, die sich zu einem abstrakten Gebilde zusammensetzt. Ganz anders sind die großformatigen Bilder und grafischen Blätter von Michael Morgner. Sie sind gekennzeichnet durch einen expressiven Gestus, informell-düstere Hintergründe und schwermütige Themen gekennzeichnet. Spätestens Ende der 70er Jahre fand Morgner zu seiner eigenen Formensprache. Er hat sich nie Moden unterworfen, sondern kontinuierlich an seinem eigenen Kunstverständnis gearbeitet.

Thomas Ranft ist in erster Linie Grafiker und Zeichner, seine filigranen Blätter erinnern an florale Strukturen. Es sind oft zerbrechliche Fantasiegebilde. Er zeichnet akribisch, aber leicht, findet neue Formen und Gestaltungsfelder. Es gibt keine Grobheiten, geistige Klarheit und sensible Konkretheit machen den Reiz seiner Arbeiten aus. In den letzten zehn Jahren baute er Objekte aus Holz, Metall, Lithosteinen und Radierplatten.



4. April bis 31. Mai 2009Postkarte zur Ausstellung

"Oda Schottmüller - Tänzerin, Bildhauerin, Nazigegnerin" und
"Die Rote Kapelle"

Zwei Dokumentationen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und des Deutschen Tanzarchivs Köln

Die Künstlerin Oda Schottmüller (1905 - 1943) stand als Tänzerin in der Tradition des in den 20er Jahren entwickelten modernen Ausdruckstanzes, zu deren bekanntesten Vertreterinnen Mary Wigman und ihre Schülerin Gret Pallucca gehörten. Diese Tänzerinnen lehnten das Bewegungsvokabular des klassischen Balletts des 19. Jahrhunderts ab und entwickelten eine am Expressionismus orientierte schnelle, rhythmische Bewegungssprache des Körpers.
Nach ihrer Ausbildung zur Tänzerin besuchte Oda Schottmüller die Bildhauerklasse an der Ittenschule in Berlin, einer Art Konkurrenzunternehmen zum Dessauer Bauhaus. Dort begann Schottmüller ihre ersten Kostüme und Masken aus Holz zu entwerfen, die sie bei ihren späteren Auftritten als Tänzerin trug und damit ihren ganz eigenen Stil schuf.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten konnte Schottmüller, obwohl sie nicht der Reichstheaterkammer beitrat und ihr expressionistischer Tanzstil auch nicht den Anforderungen der nationalsozialistischen Kulturpolitik an den “Deutschen Tanz” entsprach, weiterhin freiberuflich auftreten.

Schottmüllers Bekannten- und Freundeskreis bestand fast auschließlich aus Gegnern des Nationalsozialismus, darunter Harro Schulze-Boysen und seine Freunde. Schulze-Boysen arbeitete im Reichsluftfahrtministerium, wo er Zugang zu geheimen Informationen hatte. Zusammen mit Arvid Harnack, einem Regierungsrat im Reichswirtschaftsministerium, und anderen gab er Informationen, u.a. über den geplanten Angriff auf die Sowjetunion im Sommer 1941, an russische und amerikanische Diplomaten weiter und pflegte den Kontakt zu kommunistischen Widerstandsgruppen in ganz Europa. Daneben schrieb und verteilte die Gruppe, die von der Geheimen Staatspolizei den Namen “Rote Kapelle” erhielt, oppositionelle Flugblätter, sammelte Informationen über Verbrechen der Nationalsozialisten, verbreiteten ausländische Presseberichte und unterstützten Familien von Verfolgten des NS-Regimes.
Im Herbst 1942, nachdem die Gestapo den Funkkontakt zwischen dem kommunistischen Widerstand und Moskau dechiffriert hatte, wurden über 100 Mitglieder der “Roten Kapelle” festgenommen, darunter Oda Schottmüller, die von den meisten Aktionen der Gruppe gar keine Kenntnis hatte. Ihr wurde vorgeworfen, von ihrem Atelier aus seien Funksprüche nach Moskau abgesetzt worden. Bis heute ist nicht geklärt, ob dies der Fall war oder nicht. Trotzdem wurde sie im Januar 1943 vom Reichsgerichtshof zum Tode verurteilt und am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee ermordet.

Die beiden Ausstellungen "Oda Schottmüller - Tänzerin, Bildhauerin, Nazigegnerin" und "Die Rote Kapelle" dokumentieren das Leben der Künstlerin Oda Schottmüller und geben eine Überblick über die Widerstandsgruppe “Rote Kapelle”, über das Schicksal ihrer Mitglieder und ihre oppositionellen Aktivitäten während des “Dritten Reiches”.