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30. Juli 2004 bis 13. April 2005

Sie mussten für das Reich arbeiten – tschechische Zwangsarbeiter in Deutschland

Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 1939 und 1945 etwa 600.000 Tschechen zur Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland gezwungen wurden. Zu Beginn der Okkupation, die 1938 mit der Annexion des zuvor tschechoslowakischen Sudetengebiets durch das Deutsche Reich ihren Anfang nahm, waren Zwangsarbeitsdienste in Deutschland eher die Ausnahme. Die Behörden der Republik versuchten den durch vertragliche Verbindlichkeiten bestehenden Forderungen der Deutschen vor allem durch die Anwerbung von Freiwilligen zu entsprechen. Die Nachfrage überstieg jedoch das Angebot. Nach der Besetzung des tschechischen Staatsgebiets im März 1939 wurde der Arbeitsdienst von den neu eingerichteten Arbeitsämtern im "Reichsprotektorat Böhmen und Mähren" organisiert. Neue Anordnungen stärkten die Vollmachten der Arbeitsbehörden und schränkten die Möglichkeit einer freien Wahl ein. Verlief die Rekrutierung von Zwangsarbeitern bis 1941 eher unplanmäßig, wurde der Arbeitseinsatz ab 1942 nach dem Vorbild des Militärdienstes organisiert und in der Folge ganze Jahrgänge von Jugendlichen nach Deutschland geschickt.

Die Ausstellung " Sie mussten für das Reich arbeiten – Tschechische Zwangsarbeiter in Deutschland " behandelt die allmähliche Herausbildung des Systems der Zwangsrekrutierung in den von Deutschland im Zweiten Weltkrieg okkupierten tschechischen Gebieten, den Arbeitseinsatz der Protektoratsangehörigen im “Dritten Reich” und die Sklavenarbeit der KZ-Häftlinge und der für Taten gegen das Naziregime verurteilten Personen. Sie dokumentiert die Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter, die Sanktionen und das System repressiver Maßnahmen, die das Erreichen der maximalen Arbeitsleistung sicherstellen sollten, und die Nachkriegsrepatriierung der tschechischen Zwangsarbeiter.

Die Ausstellung wurde vom Staatsarchiv Prag und dem Institut für Zeitgeschichte in Prag im Jahr 2004 erarbeitet. Die deutsche Fassung ist eine Produktion des Projektes Prora in der Stiftung NEUE KULTUR.




8. April bis 6. Juni 2004

Vor aller Augen

Diese Ausstellung dokumentiert in 120 Fotografien den nationalsozialistischen Terror in der Provinz, wie er alltäglich und öffentlich gegen Minderheiten, politische Gegner und Andersdenkende ausgeübt wurde. Die Fotos zeigen die Deportation deutscher Juden vor den Augen von Schulkindern und Passanten, das Anprangern und Kahlscheren von Frauen auf öffentlichen Plätzen, Propaganda- und Boykottaktionen von SA und SS gegen jüdische Geschäfte und viele andere Szenen, in denen Menschen vor aller Augen bloßgestellt und gedemütigt, bedroht, verhaftet und abtransportiert wurden. Es ist eine Wanderausstellung der Berliner Stiftung Topographie des Terrors.