Rügen im Nationalsozialismus

Die Insel Rügen ist vor allem durch ihre isolierte Randlage und die Landwirtschaft geprägt. Der Abbau der anstehenden Kreide schuf erste kleinere industrielle Zentren. Seit dem 19. Jahrhundert gewann der Badebetrieb für die Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Die Inflation und vor allem die Agrarkrise in der Zeit der Weimarer Republik stellte die Landwirtschaft vor große Schwierigkeiten. Die Nationalsozialisten fanden bei der Bevölkerung Rügens Zustimmung. In der Novemberwahl des Jahres 1932 bekam die NSDAP 41 % der abgegebenen Stimmen – im Reichsdurchschnitt waren es nur 33 %. Rügen war eine Hochburg des Nationalsozialismus, aber natürlich etablierten sich in der Folge auch hier nationalsozialistische Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen. Die Durchsetzung der spezifischen NS-Ideologie ging von einzelnen engagierten Nazi-Aktivisten aus. Obwohl die leicht überschaubare Bevölkerungs- und Ortsstruktur jedweden Widerstand gegen das Regime erschwerten, formierten sich auch hier Formen der Opposition und des Widerstandes.

Die Insel spielte für die Kriegsvorbereitungen des Regimes als strategischer Ausgangspunkt für die Beherrschung des Ostseeraums eine wichtige Rolle. Im Krieg diente Rügen, insbesondere der Hafen Sassnitz, als Nachschubbasis für die nordöstlichen Fronten und die besetzten Gebiete.